Wir teilen Ihre Wut und Bestürzung darüber, dass die Arbeitgeber trotz mehrmonatiger treuer Verhandlungen seitens der Gewerkschaftsvertreter immer noch nur bereit sind, Fast-Food-Beschäftigten die kleinsten Lohnerhöhungen über dem gesetzlichen Mindestlohn anzubieten. Das ist skandalös und respektlos. Wir fordern auch, dass McDonald es und andere transnationale Fast-Food-Ketten aufhören, Milliarden Dollar gewinnbringend auf dem Rücken von stark unterbezahlten Arbeitnehmern zu machen, und stattdessen mehr von ihren kolossalen Einnahmen in hart arbeitende Mitarbeiter investieren, die dies ermöglichen. Dies ist besonders akut angesichts der Entscheidung von McDonald`s, seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden einen siebenstelligen Bonus zu gewähren, während seine Arbeitnehmer weiterhin Armutslöhne erhalten und auf Zuschläge des Staates angewiesen sind. Das kann nicht richtig sein. Die Arbeitnehmer verdienen Würde am Arbeitsplatz und eine gerechte Bezahlung für ihre harte Arbeit. Es ist Zeit für existenzsichernde Löhne. Die Stimmen der Arbeitnehmer werden nicht zum Schweigen gebracht werden, und wir werden weiterhin solidarisch mit Ihnen allen sein, bis Sie einen fairen Tarifvertrag mit Ihren Arbeitgebern erreichen. Nein, es gibt keine gesetzlichen Regelungen, die Repräsentativitätskriterien definieren. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, dass eine Gewerkschaft, wenn sie als solche eingestuft werden soll, repräsentativ ist. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) muss eine Gewerkschaft in der Lage sein, ihre Pflichten als Gewerkschaft zu erfüllen. Sie muss stark genug sein, um die Regeln durchzusetzen, und sie muss über eine gewisse Organisationsfähigkeit verfügen. Die Anforderungen werden erfüllt, wenn sie in der jüngsten Vergangenheit Tarifverträge durchgesetzt hat.

Die Mitgliedsorganisationen der NGG und deHOGA verhandeln auf Bundesebene. In 10 der 18 regionalen Organisationen der DEHOGA ist ein sogenannter OT-Status erlaubt. Der sogenannte OT-Mitgliedschaftsstatus bedeutet, dass Arbeitgeber Mitglieder der Regionalorganisation deHOGA sein können, ohne dass eine verbindliche Verpflichtung zu den abgeschlossenen Tarifverträgen besteht (OT ist das Akronym für Ohne Tarifbindung). In der Gastronomie schließen NGG und BdS sektorale Vereinbarungen auf nationaler Ebene ab. Seit 2010 erlaubt der BdS seinen Mitgliedern, alternativ Einzelarbeitgeberverträge mit der NGG abzuschließen. BdS hat keine OT-Mitgliedschaft * Nur Lohnvereinbarungen, die (wieder)auf einer wiederholten Basis ausgehandelt werden. Es gibt keine Arbeitgeberverbände, die sich weigern, Gewerkschaften anzuerkennen oder tariflich zu verhandeln. Auch wenn wir die jüngsten Erkenntnisse des Statistischen Bundesamtes begrüßen, dass die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015 für viele Beschäftigte im Gastgewerbe die Einkommen erhöht hat, sollte dies das Gesamtbild nicht verzerren: 9,35 Euro pro Stunde reichen den meisten Fast-Food-Beschäftigten nicht aus, um über die Runden zu kommen – der Mindestlohn muss auf mindestens 12 Euro pro Stunde erhöht werden, um wirklich armutssicher zu sein.